Kleider machen Leute – Hunde machen Chefs

Eine neue Katze in der Straße versucht es mit Schmeicheleien mich auf ihre Seite zu ziehen. Da ist sie aber an den Falschen geraten.
Nachmittags mit dem Chef zum Strückerberg, eine Schafszucht besichtigt. Habe da die liebliche Lisa gesehen. Wie sie mit den Schafen umgeht – Respekt, die hat’s raus. Danach noch über den Kamm bis zur Bergeshöhe. Oh, es roch da so lecker nach Schnitzel. Der Chef hat sich ein Bierchen gegönnt und für mich gab es frisches Quellwasser.
Der Chef hat eine neue Mütze bekommen von der Chefin. Er stolziert damit herum wie ein Pfau. Die Leute sprechen ihn drauf an. Das Bemerkenswerteste: Grün, mit goldener Schrift. Darauf steht: „Der mit dem Hund geht.“
Er trägt sie jetzt ständig. Im Haus, beim Einkaufen, vermutlich auch beim Schlafen. Als hätte er damit eine Berufung entdeckt, die er vorher nicht benennen konnte. Ich finde es rührend. Er definiert sich über mich, nicht nur über seine Musik und seine Schreiberei. Das ist, als würde ich mir ein Halsband umlegen mit der Aufschrift: „Der den Chef zieht“
Wobei – das würde ich sogar tragen.
Danach zurück und ins Bett. Habe von Schnitzel geträumt.

Ein sonniger Morgen in Oberitalien.

Mir geht das Herz auf.
Mit dem Chef eine Wanderung durchs Valle Cannobina hinauf zur Chiesa di Sant’Anna gemacht. Hübsches Fleckchen. An einigen Ecken hat es schön gerochen. Scheint ein beliebter Ort auch bei anderen Hunden aus aller Herren Länder zu sein. Von hier oben hat man einen schönen Ausblick hinunter auf den Fluss.
Als ich unten die Menschen sah musste ich doch herzlich lachen. Wie wichtig sich die Menschen nehmen wenn sie Kleider tragen und wie unbeholfen sie dann doch sind, wenn sie nackt im Wasser schwimmen. Sie sind doch nicht geschicklicher als so mancher Fisch. Ha, selbst ich schwimme besser.
Der Chef blickte auch in die Tiefe und stöhnte nur. Er brabbelte irgendetwas von vergangenen Zeiten und dass nichts wiederkommt. Alles sei vergänglich. Ich verstehe nicht was er hat, aber irgendwo riecht es hier nach einem köstlichen Braten. Die Italiener verstehen es zu kochen. Hund in Italien müsste man sein.
Abends noch ein köstliches Stück Pizza am Strand des Lago Maggiore gefunden. Warum die Menschen manchmal schreiend hinter mir herlaufen wird mir ewig ein Rätsel bleiben.
Bei meinem Chef angekommen sofort hingelegt. Habe mich gedanklich auf die morgige Wanderung vorbereitet.

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